Durch Lebensmittelverschwendung landen weltweit jährlich 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel im Müll. Alleine in Deutschland sind es 18 Millionen Tonnen pro Jahr. Durchschnittlich schmeißt also jeder von uns rund 80kg Nahrungsmittel weg. Saisonal, regional? Ganz egal! Wir haben uns daran gewöhnt, dass alle Produkte immer und überall verfügbar sind. Wir kaufen zu impulsiv, zu große Mengen und lagern unser Essen nicht richtig. Natürlich ist Lebensmittelverschwendung von der Landwirtschaft bis hin zum Handel ein Problem der gesamten Lebensmittelkette. Doch auch wir Verbraucher können täglich unseren Beitrag dazu leisten, dass weniger weggeworfen wird. Mit diesen 10 einfachen Tipps wandert garantiert weniger Essen in die Tonne.

Kein schönes, aber wichtiges Thema: Der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung



Der richtige Umgang mit Lebensmitteln spart Geld

Aber was genau ist Lebensmittelverschwendung? Der Begriff umfasst jenen Anteil an Nahrungsmitteln, die zwischen der Produktion und dem Verzehr verloren gehen oder entsorgt werden. Im Laufe der Jahre hat sich unser Lebensstil verändert. Wir nehmen uns weniger Zeit, selbst zu kochen. Stattdessen greifen wir öfter zu Fertigprodukten, die nur noch erwärmt werden müssen, essen viel auswärts oder lassen uns bequem beliefern. Das hat zur Folge, dass wir verlernen, wie wir Zutaten am besten aussuchen, zubereiten oder wie richtige Lebensmittellagerung funktioniert. Und das kostet: Bis zu ca. 245€ kann jeder von uns pro Jahr sparen, wenn wir weniger Lebensmittel entsorgen – wenn das mal kein Anreiz ist! 🙂


Lebensmittelverschwendung vermeiden: Einfache Tipps & Tricks

1. Doggy Bag

Ihr seid im Restaurant und schafft es nicht, euer Gericht aufzuessen. Lasst euch die Reste einpacken. So habt ihr einen leckeren Mitternachtssnack oder direkt einen schmackhaften Imbiss für den nächsten Tag. Oder friert es zu Hause ein, um es länger haltbar zu machen.

2. Kreative Küche

Ihr habt jede Menge Reste zu Hause, wisst aber nicht, wie ihr sie am besten weiterverwenden könnt? Wie wär’s mit einem Kochabend mit Freunden? Jeder bringt Reste mit, aus denen ihr neue Gerichte zaubert.

3. Klimafreundlich einkaufen

Achtet beim Einkauf auf saisonales Obst und Gemüse aus regionalem Anbau. Dies hat viele Vorteile: Diese Sorten bleiben länger frisch, haben eine bessere CO2-Bilanz und werden seltener beim Transport beschädigt und danach aussortiert. Hier könnt ihr nachlesen, welche Obst- und Gemüsesorten bei uns Saison haben.

4. Ein Herz für hässliches Gemüse

Viele Lebensmittel landen direkt im Müll, weil sie für den Verkauf nicht schön genug aussehen. Firmen wie etepetete und Initiativen wie  “Bio-Helden” von Penny verkaufen auch krummes, deformiertes Obst und Gemüse und bewahren es so davor, aussortiert zu werden.

5. Lebensmittel retten per App

Ihr habt Feierabend, aber im Kühlschrank herrscht nur gähnende Leere und so richtig Lust zum Kochen habt ihr auch nicht? Apps wie Too Good To Go bekämpfen Verschwendung, in dem sie vergünstigt Essen aus Restaurants und Cafés anbieten, das sonst weggeworfen wird.

6. Auf die richtige Lagerung kommt’s an

Klar, Frischwaren wie Milchprodukte oder Salat gehören in den Kühlschrank. Andere Lebensmittel, wie z.B. Tomaten oder Kartoffeln, sind kälteempfindlich und sollten lieber dunkel und kühl gelagert werden. Hier könnt ihr nachlesen, wie ihr Lebensmittel richtig lagert.

7. Gezieltes, bedarfsgerechtes Einkaufen

Viele frische Produkte, wie Brokkoli oder Pilze, sind nicht lange haltbar. Wer vor dem Einkauf genau plant und dabei auch die Vorräte berücksichtigt, die zu Hause noch vorhanden sind, ist klar im Vorteil. Weniger Spontankäufe und nur einzukaufen, was wirklich verbraucht wird, spart viel Geld!

8. Den Überblick behalten

Wer regelmäßig den Vorrats- und Kühlschrank inspiziert und dessen Inhalte im Auge behält, kann besser planen und bleibt vor üblen Gerüchen verschimmelter Lebensmittel verschont. Ergo: Es wird weniger weggeschmissen!

9. Meal Prep

Ihr habt mehr gekocht als ihr aufessen mögt oder einen großen Sack Kartoffeln, der bereits anfängt zu treiben? Eine tolle Gelegenheit für Meal Prep. Mit Meal Prep lässt sich clever im Voraus planen und vorkochen, so dass man immer eingefrorene Mahlzeiten im Tiefkühler hat, die nur darauf warten, verzehrt zu werden. Perfekt zum Mitnehmen ins Büro! Wem’s zu langweilig ist, sich stundenlang in die Küche zu stellen, kann eine gesellige Kochrunde daraus machen. Meal Prep-Profis kochen am Wochenende sogar für eine gesamte Woche vor!

10. Sharing is caring

Ihr habt zu viel gekocht? Oder euer Urlaub steht unmittelbar bevor und ihr könnt nicht mehr rechtzeitig alle verderblichen Vorräte aufbrauchen? Lokale Foodsharing-Plattformen machen es einfach, überschüssige Nahrung an Nachbarn oder Lebensmittelretter zu spenden. In manchen Regionen in Deutschland, wie z.B. in Berlin, wurden sogenannte öffentlich zugängliche “Fair-Teiler” aufgestellt. Das sind leere Kühlschränke oder Regale. Jeder kann dort Lebensmittel abgeben und/ oder gratis mitnehmen.